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Rede -  Bewerber­vor­stellung am 25./26. Juni 2019

 

 

Guten Abend, meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich begrüße Sie recht herzlich und freue mich, dass Sie sich die Zeit nehmen, heute – trotz der Sommerhitze – den Kandidaten für das Bürgermeisteramt zuzuhören.

Mein Name ist Iris Würtz. Ich bin verheiratet und habe eine erwachsene Tochter. Sie absolviert derzeit in den Niederlanden den Masterstudiengang „Public Administration“. Seit 29 Jahren lebe ich in Walzbachtal. Ich kenne das Wesen dieser politischen Gemeinde. Den Menschen und der Region bin ich verbunden.

Als Betriebswirtin trage ich Verantwortung für ein Unternehmen, das die Entwicklung und den Vertrieb von Schallschutzräumen zum Gegenstand hat. Öffentliche Verwaltungen, Universitäten, Konzerne zählen zu den Abnehmern. Bis heute wurde in 60 Länder weltweit geliefert.

Ich verhandle Vertragskonditionen mit Kunden im In- und Ausland und stehe für die fristgerechte und qualitative Erfüllung der Verträge ein. Aufgaben der Geschäftsführung, Finanzen und Rechnungswesen sind weitere Tätigkeitsfelder.

In Funktion als Unternehmensberaterin und Geschäftsführerin einer Beratungsgesellschaft von DER KREIS in Leonberg oblag es mir, Bilanzanalysen in etwa 400 Handelsunternehmen in Deutschland, Schweiz, Österreich durchzuführen und betriebswirtschaftliche Konzepte zur Steigerung des Unternehmenserfolgs zu erarbeiten.

Als Bürgermeisterin der Gemeinde Walzbachtal - um dieses Amt bewerbe ich mich - meine ich zu wissen, was auf mich zukommt. Auch, was ich dafür benötige.

  • Durchsetzungskraft für Veränderung und Gestaltung.
  • Qualifikation, erworben durch langjährige Sacharbeit auf vielfältigen Ebenen und durch Übernahme unternehmerischer Verantwortung.
  • Erfahrung

Meine Erfahrung gibt mir das Vertrauen, Sachverhalte schnell zu erfassen, tragfähige Strategien zu entwickeln und zielgerichtet umzusetzen. Ein Kernthema wird die Schaffung von Werten für die Gemeinde Walzbachtal sein.

Ein Ortsentwicklungsplan mit Budgetierung ist zeitnah zu erarbeiten. Dieser gibt den künftigen Handlungsrahmen vor und macht Erfolg messbar. Jeder, der hierzu einen sachlichen Beitrag leisten kann, ist herzlich eingeladen, mitzuarbeiten. Schwerpunktmäßig werden Verwaltung und Gemeinderat gefordert sein. Teilhaben sollten jedoch alle Bürgerinnen und Bürger.

Voraussetzung für die Schaffung dieses Instruments ist eine Bestandsaufnahme der gegebenen Situation je Verwaltungsbereich. Nicht jeder wird hier begeistert sein, denn einiges was zu Tage tritt, hat keinen großen Glanz. Dem aber muss man sich angstfrei stellen, um dann - trotz allem - unverzagt voranzuschreiten.

Vorarbeit wurde in den letzten Monaten geleistet. Neben dem Studium von Literatur, Kommentaren und Statistiken führte ich Gespräche mit Bürgermeistern, Verwaltungsfachleuten und Gemeinderäten. Es gab Hinweise auf die einengenden Bedingtheiten der Bürgermeisterei. Für meinen Wahlkampf empfahl man, dies oder jenes nicht in den Vordergrund zu stellen, denn das könne Stimmen kosten. Ich habe mich entschieden, meiner Motivation zu folgen und die Dinge offen anzusprechen.

Auf zwei Konstanten der kommunalpolitischen Aufgabenstellungen möchte ich hinweisen.

Die Kommune ist von der Gewährleistung der Daseinsfürsorge zu einem umfassenden Dienstleister geworden. Ihre Allzuständigkeit weitet sich aus. Nicht mehr das Notwendige steht im Mittelpunkt, sondern das Wünschenswerte, ein ehemals freiwilliges Angebot der Gemeinde. Dieses wird vielfach durch Gesetze manifestiert, wie z.B. Betreuungsangebote, Barrierefreiheit, Brandschutz.

Weitere Anforderungen stammen aus ursprünglich privat organisierten Bereichen: z.B. Einzelhandel, Leben im Alter, Wohnformen für Leben & Arbeiten, Nahverkehr, digitale Infrastruktur u.a.

Die zweite Konstante der Kommunalpolitik ist die Haushaltskonsolidierung.

Hier stehen die Kernaufgaben gemeindlichen Handelns im Vordergrund, um die verfügbaren Finanzmittel sparsam und nachhaltig zu bewirtschaften und den Steuerzahler so gering wie möglich zu belasten.

Das Vermögen der Gemeinde Walzbachtal ist allerdings geschrumpft auf ein besorgniserregendes Maß. Die Verschuldung fällt mit einer Darlehenshöhe von ca. 15,6 Mio. € per Ende 2019 hoch aus, Rücklagen fehlen. Gemeindliches Eigentum wird veräußert zur Sicherung der Liquidität.

Finanzieller Spielraum ist so aus dem Kernhaushalt nicht zu gewinnen. Privatwirtschaftliche Modelle bieten die Perspektive, betriebswirtschaftlich operativ handlungsfähig zu werden, mittelfristig Finanzreserven aufzubauen und nach und nach finanzielle Planbarkeit zu erreichen.

Die Bildung von Vermögenswerten für die Kommune und Mehrwert für die Bürger sind bei allen Maßnahmen anzustreben. Das bedeutet eine Richtungsänderung im Denken und Handeln und es setzt die Bereitschaft der Beteiligten voraus.

Positive Beispiele finden sich in vielen Städten und Gemeinden. Nicht nur, dass dort anders gedacht und gehandelt wird, auch die Kassenlage stellt sich vielfach besser dar.

Meine Damen und Herren, die Gegenwart und Zukunft fordern heraus.

Von außen kommend zeigen sich massive gesellschaftliche Veränderungen, die nicht nur Walzbachtal betreffen, sondern die Republik, die EU, die ganze Welt. Von innen sind es die Finanzlage und die politische Mentalität in dieser Gemeinde.

Hier sind Grundlagen und Prozess der Entscheidungsfindung zu verbessern.

Egal, wen Sie zum Bürgermeister/in wählen, … eine/r allein schafft es nicht, die anstehenden Aufgaben zu bewerkstelligen. Akzeptanz des Gegebenen bei gleichzeitiger Aufgeschlossenheit Neuem gegenüber, ist die Voraussetzung, um die Gemeinde in eine andere und - wie ich meine - langfristig erfolgreiche Richtung zu führen. Ich bin überzeugt, dass es neben Verwaltung und Gemeinderat ungeschöpfte Potentiale innerhalb der Bevölkerung gibt. Diese als Wissensträger zu beteiligen, ist mir ein Anliegen.

Sachliche Argumente und Vorschläge von Seiten der Bürgerinnen und Bürger sollen immer gehört werden. Wo das Rathaus steht, weiß ein jeder - und das Bürgermeister-Büro ist auch zu finden.

Andererseits sind verschiedene Interessen auszugleichen. Wo fehlgeleitete Machtansprüche zu erkennen sind, ist korrigierend einzugreifen. Keine Interessensgruppe darf so stark werden, dass andere wichtige (kommunale) Bereiche dadurch vernachlässigt werden. Entschieden wird im Parlament, dem Gemeinderat.

Ein Mehr an Transparenz und Information verändert ebenfalls das politische Klima:

Sitzungen des Gemeinderats künftig mehrheitlich öffentlich abzuhalten, ist ein Weg. Ergänzend können in einer renovierten Homepage der Gemeinde aktuelle Informationen zu Vorhaben bereitgestellt werden.

Einiges in der Walzbachtaler Kommunalpolitik sollte also zurecht gerückt werden. Was auf dem Kopf steht, ist auf die Füße zu stellen.

Ich stehe für Dialog, Transparenz, solides Wirtschaften, die Erschließung von Handlungsspielräumen und für die Positionierung der Gemeinde nach innen und außen über ein klares Profil. Als unabhängige Kandidatin bringe ich einen neutralen und kritischen Blick von außen mit.

Sie als Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, wo die Gemeinde steht. Sie haben aber auch das Recht, die Zukunft des Ortes - im Rahmen des Möglichen - mitzugestalten.

In diesem Sinne bedanke ich mich herzlich für Ihre Aufmerksamkeit. Ich bitte um Ihr Vertrauen und um Ihre Stimme am Wahltag, den 07. Juli.

Iris Würtz